Party hard in der Schwangerschaft?

Hier geht es heute nicht darum, zu diskutieren, ob man sich in der Schwangerschaft exzessiv die Nächte um die Ohren schlägt und erst recht nicht darum, ob Alkohol in der Schwangerschaft okay wäre. Denn beides steht ja wohl außer Diskussion, meines Erachtens jedenfalls. 

Heute geht es eher darum zu erfahren, wie ihr euch so fühlt in der Schwangerschaft?

Geht es um mich, würde ich sagen, dass ich alles drauf habe. Ich bin die überglückliche, zufriedene, strahlende, aber auch nörgelnde, leidende Schwangere. 🙂 Dazu sollte man beachten, um welche Schwangerschaft es geht. Die erste Schwangerschaft war deutlich entspannter, hatte ich doch nach der Arbeit und im Mutterschutz viel Zeit für mich, zum Beine hochlegen und für den Nestbautrieb. Die zweite Schwangerschaft ist ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was mich mit zwei Kindern erwartet:

Wenig bis gar keine Zeit für mich und was man definitiv drauf haben muss: Die eigenen Bedürfnisse zurückstellen.

Das mag jetzt vielleicht etwas übertrieben klingen, aber hier ein Beispiel: Mit der Übelkeit, die ich jetzt in der zweiten Schwangerschaft hatte, hätte ich in der ersten Schwangerschaft nur zu Hause im Bett gelegen und nichts getan. Das war diesmal nicht möglich. Da Matti ja noch voll zu Hause ist und wir auch tagsüber kaum Babysitter haben, funktioniere ich immer… irgendwie! Und nicht, dass das falsch verstanden wird, ich tue das gerne. Ich vermisse den Kleinen schon, wenn er mal zu lang Mittagsschlaf macht. Ich liebe es, Zeit mit ihm zu verbringen und zu sehen, wie er wächst und sich entwickelt. Es darf aber trotzdem anstrengend sein.

So kommt es, dass ich an den meisten Tagen abends fix und fertig auf die Couch falle und oft nach nur kurzer Zeit einschlafe. Party hard?! Fehlanzeige. Vermisse ich dann auch nicht, brauche ich dann auch nicht.

Dann gibt es die Tage, da sitze ich alleine im Auto, weil der Kleine beim Papa ist und höre einen guten Song im Radio. Ich drehe dann voll auf, schwelge in Erinnerungen und wäre in dem Moment wirklich gerne auf einer guten Party, um das Tanzbein zu schwingen. Vor den Kindern habe ich gern gefeiert, habe mich gefreut auf schöne Abende mit meinem Mann und mit Freunden, habe etwas getrunken. Oft war das ja eine Art „Seele baumeln lassen“, den Alltag mal vergessen und einfach Spaß haben, ohne Verantwortung.

Das geht heute natürlich nicht mehr, ganz ohne Verantwortung leben. Selbst wenn ich feiere, habe ich ein Kind zu Hause, was mich am nächsten Morgen braucht.

Vor kurzem noch habe ich zu meinem Mann gesagt, dass mich dieser „Verzicht“ überhaupt nicht stört. Hat mich auch nicht gestört, als ich noch nicht das zweite Mal schwanger war. Etwas hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ich brauche das nicht mehr und es fehlt mir auch nicht. Ich bin stolz auf das, was ich jetzt bin und möchte das, was ich habe nie mehr hergeben.

Jetzt, in der 15. Schwangerschaftswoche, kehren so langsam meine Kräfte zurück und ich fühle mich deutlich fitter, als im 1. Trimester. Mal eine Runde tanzen zu gehen hat mich die letzten Wochen noch weniger interessiert als sonst. Ich hatte einfach keine Kraft. Nun geht es mir besser und ich überlege tatsächlich, wo ich bald mit meinen Mädels nochmal einen schönen Abend verbringen könnte? Denn ich finde, grundsätzlich gilt:

Richtig oder falsch gibt es nicht, Hauptsache mir und dem Kind unter meinem Herzen geht es gut dabei. 

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Unser Körper zeigt uns schon sehr gut, wann er Zeit für Ruhe braucht und wann auch mal Energie für mehr da ist. Und darauf versuche ich zu hören. Geht es mir also gut, steht ein schönes Event vor der Tür und habe ich dazu noch einen Babysitter für den Kleinen, dann feiere ich… mich. Denn wie gesagt, gerade in der zweiten Schwangerschaft kommt frau doch recht oft zu kurz. Gibt es also die Möglichkeit, mal etwas für sich zu tun, egal was, sollte frau das nutzen. Dabei ist es egal, ob das mal ein Abend auf der Tanzfläche, ein schönes Essen mit Freunden oder ein Wellnesstag ist.

Für mich allerdings nicht verständlich sind Schwangere, die ihren Körper bewusst überstrapazieren, nicht darauf achten, was sie und ihr Kind in diesem Moment bräuchten und möglicherweise sogar so handeln, dass sie dem Kind schaden. In der Schwangerschaft hat man bekanntlich nicht nur die Verantwortung für den eigenen Körper, sondern auch für das Kind, was man trägt. Das Kind hat keine Wahl, kann es sich nicht aussuchen, was da draußen passiert. Das können nur wir.

In diesem Sinne freue mich über eure Kommentare. Wonach ist euch in der Schwangerschaft? Geht ihr auch mal aus mit Freunden? Tanzen? Oder hat es euch vollkommen verändert? Wie seht ihr das mit der Verantwortung?

Habt’s fein, eure Annika

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Mom's Life

4 Kommentare

Liebe Annika,
das ist wirklich ein toller Beitrag!
Mir geht es wie dir, ich vermisse es absolut nicht. Ich habe mich verändert und brauche es nicht mehr.
Wenn man das Verlangen hat, sollte man tun, was für einen das Richtige ist und natürlich dem Baby nicht schadet. In der ersten SS war ich im 4./5. Monat auch nochmal feiern. 🙂

Liebe Grüße ❤

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Liebe Annika.
Der Beitrag ist wirklich schön geschrieben und ich sehe mich in vielen wieder, auch wenn ich nicht wie du momentan Schwanger bin. Dennoch habe ich ein Kind zuhause und trage die Verantwortung und versuche mir meine Zeiten rauszunehmen, wo ich Dinge tun kann, die nur für mich sind. Ich finde deine Einstellung wirklich toll und ich sehe das ähnlich. Man sollte tun wonach einem ist und wie man sich fühlt. Im Hinterkopf haben wir immer unsere Kinder die zu Hause auf uns warten und die uns in dem Moment wo wir die Türe hinter uns schließen, schon wieder wahnsinnig vermisse. So geht es mir jedenfalls immer. 😀

Ich wünsche dir eine schöne Zeit und genieß die Zeiten wo es dir gut geht und du was für dich tun kannst.
Alles Liebe. ♥

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Liebe Caro,
das freut mich zu hören, dass ich verstanden werde. Ich finde auch, vieles ist nicht nur auf die Schwangerschaft bezogen, sondern auch auf das Leben als Mama oder als Eltern an sich. Danke für deine Meinung! Die ist mir sehr wichtig. 💕 Alles Liebe, Annika

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