Rustic Wedding – Hochzeitsbericht Teil 1.

Da stand ich, alleine. Alleine vor einer Kirche voller Menschen. Drinnen wurden die Hochzeitsgäste langsam ungeduldig, alle warteten, die Musik spielte, aber wo blieb die Braut?

Um diese Situation zu erklären, beginne ich einige Monate zuvor. In Sachen Hochzeitsplanungen hat ja jeder so seine Vorstellungen und Wünsche. Eine Vorstellung meinerseits war immer schon, feengleich die Kirche zu betreten zu einem Lied, das mich bewegt. Also bat ich den Pianisten des Chors, in dem ich singe und der auch auf unserer Hochzeit singen sollte, ob er instrumental ein Stück spielen könnte zu dem ich einziehe. Unser Pianist war einverstanden und so lief ich seither regelmäßig gedanklich zu „Fix you“ von Coldplay den Kirchengang hinunter. Wohl hatte ich mir auch in den Kopf gesetzt, erst zu einer ganz gewissen Stelle in diesem Lied einzulaufen. Wer von euch das Lied kennt, weiß womöglich, welche ich meine. Für mich war diese Stelle immer schon der Höhepunkt dieses eh schon sehr emotionalen Songs. Blöd war allerdings, dass diese Stelle erst nach drei Minuten kam. Drei Minuten können lang sein.

Egal, ich hatte mir das ja so in den Kopf gesetzt, also zog ich das auch durch. Leider führte das dann dazu, dass 90 Gäste in der Kirche davon ausgingen, dass ich mit Beginn der Musik einziehen würde. Das waren aber nicht nur für die Gäste drei verdammt lange Minuten in denen alle standen und warteten, nein, auch für mich war es unerträglich. Ich stand vor der Kirche, alleine, hinter mir der Marktplatz mit einem Eiscafé und Dutzend schaulustigen, Eis essenden Menschen, die sich wohl ebenfalls wunderten, weshalb ich da zitternd draußen vor der Kirche stand, anstatt drinnen zu sein. Unangenehm, sage ich euch. 🙂 Dann kam der Moment, ich sagte mir laut: „Annika, jetzt geht’s los. Denk an die Worte der Mädels, schreiten, langsam und besinnt schreiten.“ Mein Einsatz kommt und was tue ich? Renne wie ein Weltmeister den Gang hinunter und sehe dabei tatsächlich aus, als hätte ich es verdammt eilig. Muss amüsant ausgesehen haben. In dem Moment dachte ich einfach nur, lass die vielen Blicke der Menschen hinter dir und guck, dass du so schnell wie möglich vorne ankommst. Gedacht, getan.

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Als ich vorne bei meinem Mann ankam, zitterte ich immer noch. Leider bröselte mein Schleierkraut-Brautstrauß deshalb ein wenig vor sich hin und verriet allen in der Kirche meine Aufregung. Ich atmete durch, sah mich um und nach dem einige Momente vergangen waren, war auch die Aufregung plötzlich weg. Alles war gut. Jetzt konnte es losgehen. „Ist es jetzt besser?“ fragt Oli mich, „Ja“ sage ich und war angekommen. Ich kann wirklich bestätigen, dass dieser Moment des Einzugs der mit Abstand extremste war. Ich ging den Gang hinunter, vorne der Mann, das Ziel quasi. Links und rechts Familie und Freunde und alle freuten sich mit uns und waren nur für uns gekommen, okay und für die Party danach vermutlich. 🙂 So einen Moment als Braut erlebt man ja eigentlich nur einmal und er bleibt unvergessen. Meine Brüder zogen vorher zusammen mit unserem Sohn ein. Matti lief fröhlich in der Mitte der beiden. Die Bilder sind einfach zuckersüß! Leider war Matti nur bis zu dem Zeitpunkt entspannt, als er plötzlich die ganzen Menschen entdeckte. Er resignierte, ließ sich auf den Boden fallen und musste leider bis vorne getragen werden. Süß war es trotzdem.

Foto 19.06.17, 12 57 00

Die Hochzeit, also die Zeremonie an sich, war wirklich schön. Alle Vorbereitungen hatten relativ reibungslos geklappt. Der Mann war da, das Kind war da, die Gäste, der Chor, der Diakon – ja, ohne den wäre es schwierig geworden und ich war dann eben auch nach drei Minuten da. 🙂

Ja, der Mann war da, Oli, mein Oli. Typischer hätte dieser Tag nicht für ihn sein können, war er doch bereits in der Kirche durchzogen von Olis doch eher… nennen wir sie „kecken“ Eigenschaften. Aber genau deswegen habe ich ihn geheiratet. Weil er so ist, wie er ist. Weil er mich beim Trauspruch viel zu früh küssen wollte, obwohl der Diakon noch gar nicht fertig war. Weil er, als wir endlich verheiratet waren und uns küssen dürften, den Arm zur Siegerpose hob und mir damit das Gefühl gab, die tollste Frau der Welt zu sein. Weil er mir mit seinen Blicken die ganze Zeit sagte, wie schön er mich fand. Weil er sich selbst auch so schön fand. Hart aber wahr. Und weil am Ende, zwischen uns, unser Sohn saß, die andere große Liebe meines Lebens, den mein Mann mir geschenkt hat. Dieses DANKE an ihn könnte dicker und fetter nicht sein.

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Weiter geht es bald mit Teil 2 des Hochzeitsberichts und den pikanten Partydetails. 🙂

Voller Liebe, Schüssi,

eure Annika

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6 Kommentare

Schöne Worte, schönes Brautpaar, schöne Bilder – und schön dass Oli sich so freut dich geheiratet zu haben 🙂 Ich wünsche euch nur das Beste für die Zukunft! Herzliche Grüße, Annette

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