Tag am Meer. Ein Reisetagebuch.

„Du spürst das Gras, hier und da bewegt sich was. Es macht dir Spaß, nein es ist nicht nur das. Denn nach dem Öffnen aller Türen steht am Ende der Trick des Endes.
Der Suche durch das Finden im Augenblick. Du atmest ein, du atmest aus, dieser Körper ist dein Haus und darin kennst du dich aus. Du lebst. Du bist am Leben und das wird dir bewusst, ohne nachzudenken, nur aufgrund der eigenen Lebenslust.“ – Die Fantastischen Vier 

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Aus meinem Handy ertönt der gewohnte Nachrichtenton, ich schaue drauf: „War ein sehr schönes Wochenende“, schreibt mein Mann. Oh ja, das war es, denke ich und habe automatisch diese Melodie im Kopf, die ich gern gestern schon, am Strand, als Hintergrundmusik meines Lebens gehört hätte: Tag am Meer von den Fantas. Auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, läuft der Song. Selten denke ich über vergangene Tage mit so viel Wehmut nach wie heute. Das war ein Tag, von dem man sich gewünscht hätte, er wäre nie zu Ende gegangen und man könnte ewig diese Sonne tanken, die Meeresluft einatmen und den Sand unter den Füßen spüren. Dabei schien der seit langem geplante und ewig verschobene Familienkurztrip zu Beginn eher unentspannt zu werden.

„Hast du das Ladekabel fürs Handy?!“… „Und meinst du, wir brauchen die Winterjacke für Matti? Ist ja schon kalt heute Morgen“… „Oli, es ist 9 Uhr und wir wollten doch schon lange losgefahren sein… WAS? Du musst auch noch tanken?! Ist nicht dein Ernst. Wann sollen wir denn dann noch zur Post fahren, all die Pakete wegbringen?“ #ups

Ja, gefühlt beginnt jede unserer Reisen, sei sie noch so kurz, mit dieser morgendlichen Diskussion. An den Abfahrtsstress konnte ich mich jedoch kaum mehr erinnern, denn unsere letzte Reise als Familie war verdammt lange her. Ausgenommen natürlich Mamas Reise zu sich selbst, Mattis Reise zum nächsten Zahn und Papas tägliche Reise zu den Müllcontainern. Ich sage nur, jeder hat seine Aufgaben im Haushalt! Zurück zur Abfahrt. Nachdem der Papa sämtliche Kinderutensilien, wie Sitz und Buggy, von meinem Auto in seins umgeladen hatte, alle Taschen und auch wir alle einen Platz gefunden hatten, waren wir endlich startklar. Es konnte nur besser werden. Der Plan war wie immer: 2,5 Stunden Fahrt, hoffentlich schläft Matti in der Zeit so lange wie möglich. Auf der Hinfahrt ist dieser Plan auch erstaunlich gut aufgegangen, außerdem fuhren wir im stark ergrauten NRW los und kamen unter einem strahlend blauen, stark wolkenlosen Himmel in Domburg an, die Laune war dementsprechend gut. Unser Hotel, Hotel Bommeljé, sah ebenfalls vielversprechend aus. Oli und ich freuten uns wie Bolle, als wir außerdem an der Rezeption erfuhren, dass der Babyfon-Empfgang von unserem Zimmer vermutlich bis runter an die Hotelbar reichen würde. Pluspunkt, hofften wir doch, vielleicht am Abend noch kurz einen auf „junges, verliebtes Paar trinkt Wein an der Hotelbar“ machen zu können.

Den ersten Nachmittag verbrachten wir am Strand, es war jedoch noch sehr frisch, so dass wir nicht allzu lange blieben und nach dem Abendessen den Kleinen ins Bett brachten. Zum Glück kennt Matti sein Reisebett gut genug von innen, meistens ist es also relativ unkompliziert, ihn in fremder Umgebung hinzulegen, so lange er in seinem Bett liegt, mit seinem Teddy und dem Schnuffeltuch. Diesmal war er jedoch sehr unruhig, schaute sich ständig um. Natürlich, unser Kleiner wird älter und realisiert immer mehr, was um ihn herum passiert. Also blieb ich diesmal bei ihm sitzen, mit meiner Hand auf seinem Rücken, bis er eingeschlafen war. Oli und ich gingen danach noch runter in die Hotelbar, leider trafen wir hier auf Vorstellung vs. Realität: Babyfon-Empfang gab es nur in der allerhintersten Ecke des Restaurants. Egal, wir quetschten uns auch in die letzte Ecke mit unserem Wein und versuchten es in vollen Zügen zu genießen. Auch wenn zwischenzeitlich ein leicht paranoides Verhalten meinerseits zum Vorschein kam, wir würden möglicherweise nicht mitbekommen, dass der Babyfon-Empfang weggeht und das Kind sich die Seele aus dem Leibe schreit. Ist nicht geschehen, also alles gut.

Am nächsten Morgen mussten wir um elf Uhr auschecken. Vorher sorgten wir kurzzeitig für ein wenig Chaos am Frühstücksbuffet, weil Matti der festen Überzeugung war, sich selbst einen Kaffee ziehen zu können und den anderen Hotelgästen die Brötchen vom Teller zu stibitzen. Leider kam der Papa deswegen lediglich dazu, EIN Brötchen zu essen und war fest davon überzeugt, bis zur „Mittagspommes“ nicht durchzuhalten. So viel am Rande, er hat durchgehalten, ist nicht von der Sonnenliege gekippt.

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Am Strand angekommen war unser Buggy eine riesige Hilfe. Wir hatten ihn über den Sand getragen und nun spendete er Schatten, war Ablage für alles, was nicht unbedingt paniert werden sollte und machte es möglich, dass Matti mittags über zwei Stunden im Schatten, windgeschützt schlief. Es war perfekt. Essen am Strand klappte auch super, ich hatte einige Gläschen eingepackt, weil Mattis Anzahl an Zähnen ja immer noch überschaubar ist und feste Nahrung  nur gelegentlich beliebt. Das Gemüse gab es ausnahmsweise mal kalt und wir waren sehr erstaunt, als Matti im Anschluss auch noch Pommes, Frikandel und Eis aß. Wie ihr seht, dieser Tag war sehr ausgewogen und gesund gestaltet. 🙂 Besonders schön war es zu sehen, wie ausgeglichen der Kleine am Strand war. Er spielte im Sand, leckte Muscheln ab, tapste am Wasser entlang und hatte den Spaß seines Lebens. Ihn störte es zum Glück auch nicht, dass er statt eines Sonnenhuts eine Mütze tragen musste, denn Mama hatte ja das Wetter unterschätzt und eher für einen Skiurlaub, als für den Strand gepackt. 🙂 Ganz unvorteilhaft war leider auch, dass ich nur lange Hosen dabei hatte und mir leider noch schnell ein Kleid kaufen musste – nein, wie blöd. Kleiner Kritikpunkt an dieser Stelle: Man bekommt zwar schöne Sachen in Domburg, leider gibt es gefühlt aber kein Kleid unter 100€! Im Verhältnis Zeit zu Portemonnaie waren die zwei Tage ziemlich teuer. Aber es war so schön dort für uns alle, dass es in Ordnung war.

Wir freuen uns jetzt schon auf den Sommerurlaub auf unserer Lieblingsinsel, gerade, weil es diesmal am Strand so gut geklappt hat… Wer mir länger folgt, weiß vermutlich, welche Insel das ist. 🙂 Außerdem suchen wir noch ein spontanes Flitterwochenziel. Man muss mit dem Auto hinfahren können und Meer wäre toll. Tipps sind also sehr willkommen.

Schüssi, eure Annika

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1 Kommentar

Die Bilder sind total toll geworden, und es freut ich dass ihr so eine tolle Zeit hattet!
Ich bin leider nicht aus dem Norden, kann also zum Flitterwochenziel am Meer nichts beitragen, aber ihr findet bestimmt etwas tolles 🙂
Liebe Grüße an dich und HAPPY FRIDAY ❤
Laura

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