#momlife. Mit Keksen im Haar lebt es sich auch.

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Bevor ich überhaupt anfange, diesen Post zu schreiben, muss ich mir mal eben die Hirse aus dem Gesicht waschen gehen. Das Frühstück heute Morgen war nämlich mal wieder ein Spektakel. Hirse-Milch-Brei überall, nur nicht in des Kindes Mund. Nein, „Morgenstund hat Gold im Mund“ passt hier so gar nicht.

Was ich euch dieses Mal erzählen möchte, habe ich zuvor bereits des Öfteren erwähnt, jedoch noch nicht auf den Punkt gebracht. Mama sein bedeutet auch: Ich schäme mich, für mich selbst. Was, so schlimm, denkt ihr? Abwarten, ich erkläre es euch.

Früher bin ich stets frisch frisiert, mit fleckenfreier Kleidung und wenigstens mit Wimperntusche aus dem Haus gegangen. Heute gleiche ich auch schon mal Mrs. Flodder, wenn ich auf die Straße gehe. Kuddelmuddel im Pferdeschwanz, Schminke – was ist das? – und die schicke Bluse ist einem Pulli gewichen, von dem sich mancher tagelang ernähren könnte. Da hab ich dann auch alles im Angebot: Babykekskrümel, hyperallergene Milchüberbleibsel, Hirsegetrocknetesirgendwas und möglicherweise auch Windelreste. Finde mich richtig sexy dann, #babykioskfürunterwegs. Wie schaffen diese Instagram- und Vorzeigemamis das? Gebt es zu, ihr habt alle Nannys und verbringt, wenn es hoch kommt, vier Stunden pro Tag mit euren Kindern! Ich weiß es. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ihr es schafft, morgens um acht so perfekt geschminkt, durchtrainiert und modisch auszusehen.

Naja, Schluss mit Neid, kommen wir zurück zu nackten Tatsachen, die bleiben nämlich auch eher aus im Babyalltag, #geschwisterbekommstdusonicht. Ich frage mich, geht diese Zeit vorbei und wenn ja, wann? Ich möchte so gern mal wieder jemanden umarmend begrüßen, ohne nach Erbrochenem zu riechen und mir dabei die Reste vom Gemüsebrei aus den Haaren zu ziehen. Ständig entschuldigt man sich dafür, wie man aussieht und wie man riecht – oder wie das Kind riecht. Zuletzt noch hat Matti in einem Drogeriemarkt so eine üble Bombe gezündet, ich bin vor Scham hochrot angelaufen und hab der Kassiererin Trinkgeld gegeben, damit ich schnellstmöglich fliehen konnte. An dieser Stelle möchte ich unserem Einkaufszentrum für die super ausgestatteten Wickelräume danken. Dort bekommt dein Kind eine frische Windel, kann dabei beruhigendes Aromaöl einatmen und seinen warmen Brei aus einer der Mikrowellen genießen. Ihr seht schon, mein Bereich der Wertschätzung hat sich marginal verschoben, #wirliebenjetztdiekleinendingeimleben.

Der Höhepunkt der Schmuddeligkeit ereignete sich vor ein paar Tagen, als sich spontan eine Freundin mit ihrem Kind zum Kaffee anmeldete. Grundsätzlich kein Problem und immer sehr gerne. Dämmerte mir nur schon auf dem Weg nach Hause, dass ich es heute Morgen dezent chaotisch verlassen hatte und man Getränke und auch etwas essbares verzweifelt bei uns suchen würde. Mit dem Nörgelkind war ich zu nichts gekommen. „So schlimm wird’s schon nicht sein“, dachte ich mir und versprach meiner Freundin am Telefon immerhin einen Kaffee („falls die Milch leer ist, gibt’s den eben mit Sahne!“). Ihr ahnt es, als ich den Kaffee machen wollte, war auch dieser aus. Meine Freundin, eher von der Sorte „perfekte Gastgeberin“, ließ sich nichts anmerken und nahm auch einen Tee. Puh Leute, peinlich. Und Süßstoff hatte ich auch nicht… Grausige Gastgeberin, ich. Frau Flodder lädt ein. Ich könnte ewig so weitererzählen. Als meine Freundin gegangen war fragte ich mich: Wie macht sie das? Sie hat einen etwas älteren süßen kleinen Jungen und unser letztes Kaffeetrinken bei ihr zu Hause war perfekt. Nahezu göttlich. An dieser Stelle nochmal 1000 Dank dafür. 🙂

Ist das der Schlüssel zurück ins geordnete Leben? Müssen die Kiddies ein gewisses Alter erreichen, damit man sein Leben wieder besser auf die Kette bekommt? Ich hoffe darauf.

Abschließend, verrate ich euch mal was: Das alles ist nur Alibi. Eigentlich schiebe ich mein Kind nur vor als Entschuldigung dafür, mal so richtig fies und schmuddelig zu sein. Und um all das, was sonst von mir erwartet wird, nicht zu tun und den perfekten Grund dafür zu haben, #manbinichschlau. Im tiefsten Inneren bin ich nämlich Mrs. Flodder von und zu richtig knösig.

So und jetzt hoffe ich einfach, ihr kauft mir das ab, damit ich so tun kann, als würde ich absichtlich lebende Pullis tragen und meine Haare nicht kämmen. Ich zwinkere euch zu und gehe jetzt duschen. Ganz so schlimm ist es nämlich doch nicht. 😉

Schüssi, eure Annika

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