Sand dunes love. Die Liebe zur Nordsee.

 

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In diesem Jahr fuhren wir zum ersten Mal zu dritt in den Urlaub. Als kleine, praktische Familie. Drei sind besser als zwei und als einer sowieso. Das war jedenfalls mein Mantra für die Momente, in denen ich bemerkte, dass ein Urlaub mit Baby nicht mehr ganz so entspannt ist, wie er es sonst war. Alle Faktoren, die einen entspannten Urlaub sonst ausmachten, zum Beispiel viel schlafen, lesen, am Strand liegen, viel schlafen, leckeres Essen genießen, viel schlafen, erholen, ach und hab ich schon viel schlafen erwähnt? Davon mussten wir uns schweren Herzens verabschieden, vom Kind nimmt man ja schließlich keinen Urlaub. Aber, um das jetzt mal ausdrücklich zu erwähnen: Unser Urlaub war alles andere als schlecht, anstrengend oder enttäuschend. Im Gegenteil, er war das beste, was uns als junger Familie seit dem passiert ist. 

Endlich war Papa mal rund um die Uhr bei uns und nicht im Büro, wir haben viel spaßige  Zeit miteinander verbracht. Im Alltag ist das nun mal anders, da ist manchmal das Einzige, was Papa von Matti noch bleibt, der Duft nach seinen vollen Windeln (um das Thema mal wieder auf den Tisch zu bringen!).

Wir waren auf Ameland, einer westfriesischen Insel, die zu den Niederlanden gehört. Mit meinen Eltern fahre ich seit 28 Jahren auf diese Insel und kenne mich dort ziemlich gut aus. Ameland gefällt auch meinem Mann sehr gut, also entschieden wir, den ersten Familienurlaub dort zu verbringen. Matti war etwas knötterig auf der Hinfahrt, als wir ankamen hat er sich jedoch schnell an die neue Umgebung gewöhnt.

Wir hatten ein schönes Haus direkt in den Dünen, wenn man morgens in den Garten ging, konnte man die salzige Luft des Meeres riechen. Ich fühlte mich gleich gesund und doch ein wenig erholt. Auch wenn wir im Urlaub natürlich weiterhin zweimal pro Nacht aufstehen mussten, weil das Stinktier Hunger bekam, war alles irgendwie entspannter. Ich muss also meine anfänglichen Worte teilweise revidieren.

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Sehr empfehlen kann ich ein sogenanntes „Cabby“, für die Radler unter euch. Nicht das Bier. Das Cabby ist ein Fahrrad mit großem Korb vorne drauf, in dem man sicher einen Maxi Cosi anschnallen kann. Nicht ideal, wenn die Kleinen zu lange darin sitzen, aber für eine gemütliche Radltour reicht es allemal. Matti schlief darin ein und wir konnten an der nächsten Beachbar pausieren, um in Ruhe ein Glas Milch mit Honig zu trinken… tss! Als ob.

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Auch an den Strand und das Meer haben wir uns gewagt. Vollgepackt, als würden wir vom Urlaub aus in den Urlaub fahren, sind wir los zum Strand. Wickeltasche, Brei, Milch, Mütze (falls es zu windig ist), Sonnenhut (falls es zu sonnig ist) und was man sonst noch alles so für einen Halbjährigen braucht. Achja, nicht zu vergessen die Wurf-Strandmuschel, darüber könnte ich eigentlich einen separaten Post schreiben. Kurz gesagt, der Aufbau ist ein Traum, der Abbau gleicht dem hilflosen Versuch, das Eckige ins Runde zu bekommen. Wahnsinnig witzige Sache, diese Wurf-Strandmuschel. Die war jedenfalls auch dabei und Matti konnte nach etlichen LaLeLu’s seinen Mittagsschlaf dort halten. Auch das Meer hat er kennengelernt, völlig fasziniert von den Wellen musste er unbedingt seine kleinen Patschehände ins Wasser tunken und darauf herum planschen. Er bereute es vermutlich anschließend, jedenfalls dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, als er die salzigen Fäuste wie üblich versuchte, völlig in seinen Mund zu stopfen.

Kulinarisch gesehen wisst ihr ja, wofür die Niederländer bekannt sind: Frittiertes. Im Ernst, nach der ersten Woche konnte ich es nicht mehr sehen. Raspatat, nur Patat, Kibbeling, Lekkerbek, Bitterballen, Frikandeln… an alle Frittierer da draußen, warum das alles? Es war echt übel. Also beschlossen wir, etwas gesünder zu leben, für viel Geld einzukaufen (Inselpreise) und zu kochen. Sehr empfehlen kann ich auch ‚t Koaikers Huus in Buren. Hier gibt es täglich fangfrischen Fisch von der Insel, je nachdem, was Käpt’n Iglo so gefangen hat. Abends, als Oma mal aufs Stinktier aufgepasst hat, sind wir ins Van Heeckeren Grand geradelt, ist auf Grund der Feuerplätze auch bei kälteren Temperaturen gemütlich und die Cocktails schmecken ziemlich gut. Für den perfekten Sonnenuntergang geht man am besten ins Sjoerd, einer Beachbar direkt am Strand.

Tagsüber kann ich eine Radltour nach Hollum zum Leuchtturm empfehlen, auch  von oben sieht die Insel sehr schön aus. Oder ihr fahrt ans Inselende. Weit und breit niemand zu sehen, nur Sand, Dünen und Meer.

Zum Entschleunigen, auch mit Baby, ist die Insel wirklich zu empfehlen. Ich mag ihren Charakter, die Leute dort, das Klima und den Duft. Auch, wenn das Wattenmeer je nach Wetterlage auch schon mal einer Packung faulen Eier gleicht. Kommt selten vor.

Als wir wieder zu Hause waren, wurde ich ziemlich sentimental. Vorbei die Zeit zu dritt, vorbei die gute Luft. Ach, zu Hause ist es auch schön, oft sogar am schönsten. Trotzdem freuen wir uns schon aufs nächste Jahr.

Schüssi, eure Annika

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